Burgfest 2010

Warum Lichtenberg den Krieg gegen Nürnberg gewann

Kulisse wie aus einem Märchen
Die Vorbereitungen für das zehnte Burgfest laufen in Lichtenberg derzeit auf Hochtouren. Als besondere Attraktion zum Jubiläum studieren die Burgfreunde ein selbst geschriebenes Theaterstück ein.

Der Herrscher genießt seine Popularität: Caspar von Waldenfels lässt sich von seinem Volk bejubeln. Noch proben die Burgfreunde in Straßenkleidung, doch für die vier Aufführungen am Wochenende werden sie selbstverständlich in zeitgemäße Gewänder schlüpfen. Fotos: Werner Rost

Lichtenberg - Erstmals in der mittlerweile zehnjährigen Geschichte ihres Mittelalterfestes können die Lichtenberger inmitten der sanierten Burgruine feiern. Wie berichtet, fanden in den vergangenen Jahren umfangreiche Bauarbeiten statt, um die historischen Mauern und Gewölbe dauerhaft zu erhalten. Zuletzt sind schließlich noch Stahlgeländer als Absturzsicherungen angebracht worden. Damit vergrößert sich heuer das Festgelände über den gesamten Hügel des Schlossberges, dessen nördlicher Bereich in den Vorjahren stets abgesperrt bleiben musste.

Insgesamt wirkt dieses Areal wie die romantische Kulisse eines Märchens: die hohen Mauern, die tief hinabführenden Kellergewölbe und der 25 Meter hohe Turm - wenngleich dieser wesentlich jünger ist, denn er entstand im Jahr 1936 als Aussichtsturm auf den Mauern des ehemaligen Bergfriedes.

Unmittelbar neben diesem Turm studieren etwa 20 Burgfreunde seit Mitte August bis zu dreimal pro Woche ihr neues Theaterstück ein. Es ist eine fantasievolle und überaus unterhaltsame Mischung aus tatsächlichen, historisch überlieferten Begebenheiten und Fiktion. So hängen aus dem obersten Turmfenster zwei lange Zöpfe herab - wie beim bekannten Märchen Rapunzel. Wenngleich Dr. Helmuth Mauer, der die Geschichte "nach rund 600 Jahren" erzählt, von dort oben immer wieder vehement beteuert: "Ich bin nicht Rapunzel."

Am Drehbuch haben Rudolf von Waldenfels, Kerstin Eckardt und Christoph Klasen mitgewirkt. Günther Scholz führt die Regie und spornt seine Darsteller bei den Proben immer wieder an. "Du must voll aus dir herausgehen und alles geben, was du hast", fordert er von einem der Laienschauspieler.

"Hoch zu Ross" bei der Theateraufführung: Die feindlichen Krieger aus Nürnberg lernen zum Schluss ihres dreisten Feldzuges eine "Bratwurst-Kanone" fürchten.

Der Ablauf des Schauspiels soll zwar einstweilen noch geheim bleiben, doch so viel gestatten die Burgfreunde, den Lesern der Frankenpost zu verraten: Der Lichtenberger Herrscher Caspar von Waldenfels, der unter der Fuchtel seiner Gattin steht, bemüht sich, dieser zumindest zeitweise zu entkommen. Daher gewährt er seinem Volk und damit letztendlich auch sich selbst - unter heftigsten Protesten des Pfarrers - gewisse Freiheiten in der Lebensführung. Wenn da nicht diese verflixten Nürnberger Krieger wären, die den Waldenfelser zum Kampf herausfordern. Doch getreu nach dem Motto "Die Steuern kassiere ich, kämpfen darf ein anderer für mich" bestimmt der Waldenfelser einen seiner Untertanen für den Schwertkampf auf Leben und Tod. Ganz zum Schluss kommt schließlich eine Geheimwaffe zum Einsatz, mit deren Hilfe die Nürnberger nach rund 600 Jahren abermals in die Flucht geschlagen werden. Matthias Polig von der Theatergruppe Lichtenberg spielt Caspar von Waldenfels, Vorsitzender Holger Knüppel von den Burgfreunden muss für seinen "Herrscher" kämpfen und Richard Lentz schlüpft in die Rolle des empörten Pfarrers.

 

Zwei Tage volles Programm

Festbeginn für das 10. Burgfest in Lichtenberg ist am Samstag und Sonntag jeweils um 10 Uhr. Am Samstag wird mit dem Tavernenspiel aller Musikgruppen bis spät in die Nacht gefeiert, am Sonntag klingt die Zeitreise ins Mittelalter gegen 18 Uhr aus. Die Theateraufführungen finden am Aussichtsturm am Samstag um 14.30 Uhr und um 18 Uhr sowie am Sonntag um 13 Uhr und um 16 Uhr statt. Das Angebot auf dem Mittelaltermarkt ist noch reichhaltiger als in den Vorjahren. Erstmals werden dort ein Marionetten-Schnitzer, ein Korbflechter und ein Lederer ihre Handwerkskunst unter Beweis stellen. Ein Kunstschmied wird aus einem Block Eisen kleine Rosen fertigen. Dazu unterhalten Gaukler und Komödianten. Als neue Attraktionen kündigen die Burgfreunde einen Flohzirkus sowie den "Propellermann" an, der kleine Holzpropeller fliegen lassen wird.

 

Quelle: Frankenpost

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