Keine Regel ohne Ausnahme

Großer Wirbel um Zwillingspaar

Jede Menge Turbulenzen erwarten die Zuschauer im Altenheim auf der dritten Etage, wo Heimschwester Kerstin das Regiment führt.

Foto: Hüttner

Lichtenberg - Einen vollen Erfolg hat die Theatergruppe Lichtenberg mit ihrer Premiere "Keine Regel ohne Ausnahme" gelandet. In der amüsanten Aufführung in der Lichtenberger Turnhalle spielt Matthias Polig die Hauptrolle und mimt unter der erfahrenen Regie von Günther Scholz die Zwillinge Karl und Max Stocker. Das Lustspiel in drei Akten von Cornelia Amstutz hätte auch den Titel "Eine Leiche zu viel" tragen können. Namensgleichheiten von Personen oder Einrichtungen waren gewollt und für die Zuschauer geradezu amüsant.

 

So spielte sich das Bühnengeschehen nicht wie im Bühnenmanuskript verzeichnet im Altenheim in Sonnenberg ab, sondern im Haus Frankenhöhe. Als Arzt agierte Dr. Mauer, welch ein Zufall. Helmuth Mauer spielte sogar mit, aber nicht als Arzt, sondern als französischer Altenheimbewohner Otto Rimmbacher.

 

Überhaupt ging es diesmal bei der Theatergruppe sehr international zu. Die italienische Putzfrau Maria Monte, ein flotter Feger, sprach nur gebrochenes Deutsch. Und dann erst Heimleiter Herr Arnold. Er kam aus dem sächsisch-thüringischen Raum, einfach unverkennbar, das "Geraunze". Im wirklichen Leben stammt der junge talentierte Nachwuchsschauspieler aus dem thüringischen Greiz. "Ich kam mit vier Jahren nach Oberfranken", erzählt er, "den thüringischen Dialekt kann ich nicht mehr, nur noch Sächsisch, aber selbst das musste ich üben." Und wie das klappte, wenn Herr Arnold die Bühne betrat und in seinem Dialekt für Ordnung sorgen wollte. Sein Auftritt sorgte für viel Heiterkeit unter dem Publikum.

 

Die acht Hobbyschauspieler aus Lichtenberg und Umgebung nahmen mit dem Stück ein aktuelles Thema, den demografischen Wandel aufs Korn. Die turbulente Komödie liegt voll im Trend. Da wird doch landauf, landab immer wieder vom Rauchverbot in öffentlichen Räumen gesprochen. So soll das Rauchverbot also auch im Altenheim Frankenhöhe umgesetzt werden. Keine leichte Sache. Ist doch eine Pfeife oder Zigarre gar oft nur "der einzige Genuss" im fortgeschrittenen Alter.

 

So tun sich die Bewohner der dritten Etage mit der Umsetzung dieser Regel schwer. Aber nicht nur damit. Passieren doch auf dieser Etage noch andere absonderliche Dinge. So haben sich Karl und Max Stocker, die beiden Zwillingsbrüder, im Altenheim aus Kostengründen nur unter einem Namen eingemietet. Lange Zeit geht das Ganze gut, mit Ausnahme von ein paar kleinen Pannen, die ihre Mitbewohner Trude Dallinger (Angelika Neumann), Josef Greithanner (Peter Michael) und Otto Rimmbacher (Helmuth Mauer) aber auszubügeln helfen oder bei denen "Alzheimer" als allumfassende Ausrede herhalten muss.

 

Quirlige Putzfrau

 

Aber, was es alles unter Heimleiter Herrn Arnold (Andy Rohleder), Heimschwester Kerstin (Kerstin Eckardt) und Nachtschwester Elisabeth (Elisabeth Brandler) auf der "Dritten" zu erleben gibt, lohnt sich zu sehen. Lediglich die Lachmuskulatur sollte vorab schon trainiert sein.

 

Ach! Und da wäre noch die quirlige Putzfrau Maria Ponte alias Hanne Funk, die doch immer im richtigen oder falschen Moment zur Stelle ist. Also für Unterhaltung ist gesorgt - und für Überraschungen: "Stuntman" Florian Michael übernahm hocherfreut die Rolle der Leiche.

 

Regisseur Günther Scholz dankte seiner Truppe und Souffleuse Jennifer Baueregger, die es beim Proben nicht immer leicht hatte. Für Kulissen und Technik zeichnen Jochen Tobias, Frank Hammer, Erika Scholz, Johannes Scholz und Steffen Rosenberger verantwortlich, für die Maske Brigitte Franz.

 

Quelle: Frankenpost

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