Polnische Wirtschaft oder Gute Lügen leben länger

Turbulenzen in der Werkstatt

Bankdirektor Dr. Peter Profitlich (Matthias Polig) setzt der arroganten Bürgermeisterin Elke Kleinschmitt-Großhans (Kerstin Eckardt) zu. Foto: Hüttner

Lichtenberg - Die Theatergruppe Lichtenberg weiß, was beim Publikum ankommt. Und so haben die Laiendarsteller auch bei ihrer jüngsten Premiere am Samstag beim Diakonieabend in der Turnhalle am Lichtenberger Schlossplatz wahre Lachsalven unter den Zuschauern ausgelöst. "Polnische Wirtschaft oder gute Lügen leben länger", so lautete der Titel des witzigen Stücks, das sich um die Familie und Mitarbeiter des Autowerkstattbesitzers Manfred Müller dreht, in dessen Rolle Helmuth Mauer schlüpfte.

 

In finanziellen Nöten

 

Der Mechaniker Müller ist eine ehrliche Haut und sehr arbeitswillig, aber dennoch in finanziellen Nöten und - zum Entsetzen seiner Frau Monika (Hanne Funk) auch furchtbar unordentlich. So werden sämtliche Räume im Haus in Lagerflächen verwandelt, was die Gattin schier zur Verzweiflung treibt.

Die ungezählten Zahlungsaufforderungen bringt die sehr direkte, naive und dennoch zielstrebige Briefträgerin Paula (Franzi Horn) ins Haus, die für Kasimir, den polnischen Schwarzarbeiter, schwärmt und schon deshalb gerne ins Haus Müller kommt. Kasimir wird von Andy Rohleder dargestellt, der mit seinem Akzent immer wieder für Schmunzeln sorgt.

Kasimir hat einen ganz speziellen Gerechtigkeitssinn. Er ist fleißig, versucht aber, überall Tricks anzuwenden, um der deutschen Bürokratie eins auszuwischen. So kann er auch den Schwarzarbeiterfahnder Heinrich Haargenau lange täuschen. Diese Rolle hat der Selbitzer Bürgermeister Klaus Adelt übernommen, der nach drei Jahren Bühnenpause wieder mit von der Partie war. Für Turbulenzen sorgt auch der Schmarotzer und erfolglose Erfinder Matthias Müller (Peter Michael), der sich bei Familie Müller eingenistet hat. Alle müssen helfen, wenn es darum geht, seine Erfindungen zu testen. So spielt ein Stuhl eine entscheidende Rolle, der mit abwechselnd heißer, dann wieder kalter Sitzfläche und Stromschlägen für allerlei Verwirrungen und Entsetzen bei denen sorgt, die auf ihm ahnungslos Platz nehmen.

Besonders dem Bankdirektor Dr. Peter Profitlich (Matthias Polig) spielt der Stuhl übel mit, sehr zur Freude der Zuschauer, die in wahre Lachsalven ausbrechen, da Polig allerlei Verrenkungen und sportliche Einlagen auf dem Stuhl vollführt, von den herrlichen Grimassen einmal ganz abgesehen. Der fiese Bankdirektor Profitlich macht Werkstattbesitzer Müller höchstpersönlich auf die ausstehenden Kreditraten aufmerksam und will sich zusammen mit der arroganten Bürgermeisterin Elke Kleinschmitt-Großhans (Kerstin Eckardt) an der misslichen Lage der Müllers bereichern. Matthias Polig hat am Samstag einmal mehr sein Talent als Schauspieler unter Beweis gestellt.

 

Stanislava und Olga

 

Lautes Gelächter lösten auch die zwei polnischen Tanten Stanislava (Elisabeth Brandler) und Olga (Andrea Ruppert) bei ihrem Auftritt aus. Die zwei gestandenen Weibsbilder mit ihren deftigen Ansichten brachten so richtig Schwung auf die Bühne, hierbei besonders Tante Olga, die durch ihre Schwerhörigkeit manche Verwirrung schaffte. Ein angeblich angenommenes Patent des dussligen Erfinders mit dem vielsagenden Namen "Öko-Auto-Abgas-Prozess-Umwandlungs-Treibstoff-Katalysator" eröffnet letztendlich für alle neue Aussichten.

Hervorragende Arbeit als Regisseur hat wieder Günther Scholz geleistet. Souffliert wurde von Christina Eckardt und Lina Wehrmann. Für die Aufbauten, Technik, Licht und Ton zeichneten Torsten Michael und sein Team verantwortlich.

Zu Beginn des Diakonieabends hatten der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Lichtenberg unter Leitung von Gerhard Stöcker und der Gesangverein 1862 Lichtenberg unter Leitung von Martin Hauke ihr Können bewiesen. Den besinnlichen Teil des Abends bestritt Pfarrer Siegfried Welsch. An Maritta Schmidt, Eva-Maria Ender und Cornelia Bannert überreichte der Geistliche einen Essensgutschein für ihren Einsatz ihr und Engagement in der Diakonie. Weitere Geschenke gab es für die Truppe um Regisseur Günther Scholz, ebenso für den Posaunenchor und den Gesangverein.

 

Kleines Jubiläum

 

Regisseur Günther Scholz verwies auf das kleine Jubiläum, das die Theatergruppe in ihrer jetzigen Besetzung feiert. Seit mittlerweile zehn Jahren stehen die Hobbyschauspieler gemeinsam auf der Bühne und präsentieren seither ansprechende und lustige Stücke, heuer eben unter dem Titel "Polnische Wahrheiten oder gute Lügen leben länger" von Bernd Grombold.

 

Quelle: Frankenpost

Die Laienspieler laden nochmals ein

Dr. Peter Profitlich alias Matthias Polig mit Ehefrau (Hanne Funk). Foto: Hüttner

Lichtenberg - Die Theatergruppe Lichtenberg mit Regisseur Günther Scholz hat am Samstagabend nach der vierten erfolgreichen Aufführung des Stücke "Polnische Wirtschaft oder gute Lügen leben länger" beschlossen, noch eine Zusatz-Vorstellung zu geben. Aufgrund der Nachfrage hebt sich der Vorhang am kommenden Sonntag, 28. März, in der Turnhalle am Schlossbergplatz erneut.

Nach der Premiere am 27. Februar beim Diakonieabend in Lichtenberg gastierten die Hobbyschauspieler in Selbitz, Schauenstein und zu Hause in Lichtenberg. Günther Scholz bestätigte auf Anfrage, dass kurze Zeit nach der Premiere die zwei weiteren Vorstellungen in Lichtenberg ausverkauft waren. "Die Leute waren enttäuscht, wenn es keine Karten mehr gab", sagt er. Am Sonntag, 28. März, nun um 19 Uhr kommen alle Fans der Lichtenberger Theatergruppe zum Zug, die bisher noch keine Karte ergattern konnten. Der Erlös der Zusatzvorstellung kommt wieder einem sozialen Zweck zugute, sagt Scholz. Karten gibt es in der Zweigstelle der Bäckerei Brandler, Henri-Marteau-Platz 4 in Lichtenberg: Telefon 09288/5301. Die reguläre Vorstellung am Samstag, dem 27. März, in Lichtenberg ist bereits ausverkauft. S.H.

 

Quelle: Frankenpost

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